Youtube Channel und tote Hose?

September 20, 2021

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Beneselvedek

Youtube Channel und tote Hose?

Dann hilft diese vielleicht etwas merkwürdige Herangehensweise weiter

Greetings and salutations – ja ich wollte diese Begrüssung schon immer mal verwenden

Da dies jetzt aus dem Wege geräumt ist, ein kurzer Gedanke zu Youtube und wie wir mehr aus unserem Channel machen können.

Der Trick hier ist eine veränderte Eigenwahrnehmung und ein Herausbrechen aus dem “Ich bin das, also mache ich auch das – Käfig”.

Warum überhaupt Youtube?

Youtube ist die wahrscheinlich populärste Video Plattform im ganzen Lande und ein Pionier im Video streaming. Sie ist einfach in der Bedienung und kostenfrei.

Musiker, Experten aller Art, Lehrer, Coaches, Freaks und woo-woo, alle sind da zu finden – auf einen Klick abrufbar.

Das Medium Video ist bereits zum Champion gekrönt worden. Das sieht man heute auch auf den meisten Socials. Warum also nicht mehr aus der Plattform machen, welche schon seit den guten alten zehner Jahren unseres Jahrhunderts für Video bekannt ist?

Was aber, wenn Dein Channel nicht so richtig anlaufen will? Du bist Expert und machst Dein Ding – und die Erfolge bleiben irgendwo auf der Strecke liegen? 

In den meisten Fällen, ist nicht grundsätzlich etwas an Deiner Thematik oder Expertise falsch. Nischen sind gut und je konkreter desto besser. Expertise und natürlich  Entertainment sind noch immer hoch im Kurs.

Woran liegt es also?

Um diese Frage anzugehen, müssen wir zuerst eine Einteilung machen. Wir unterscheiden bei Video content grob in zwei Kategorien. 

Kategorie 1, Unterhaltung: Musiker, Freaks, Sportler, Influencer – bis zu einem gewissen Grad und alles was zum reinziehen, lachen und entspannen gedacht ist. 

Kategorie 2, Wissen: Experten und Coaches aller Sektoren, z.T. Influencer und natürlich alle ‘How to’ – Typen.

Dann gibt es noch eine mystische Dritte, nämlich die “unboxing-Kategorie”, welche erstaunlicherweise doch irgendwie eine crowd heraufzubeschwören vermag…Du siehst, alles ist möglich auf dieser Plattform. Und ja, es gibt sogar noch dunklere Sachen als unboxing Videos auf Youtube, aber das ist hier nicht relevant.

Wir entscheiden uns also für eine Kategorie, je nach unserer Expertise und legen los. Der Musiker zum Beispiel macht Videoclips und Live Videos. Der Coach macht Coaching Videos. Der Geschichtsfreak macht alternative Geschichte-Videos usw.

Das kann funktionieren, bei entsprechender Pflege, Regelmässigkeit der Neueingänge und Engagement mit den followers. Es ist aber ein steiler Weg. Gerade am Anfang. Häufig sind die ersten Videos für die Katze – zumindest macht es beim frustrierten “Youtuber” den Eindruck..und auch wenn das angebliche Scheitern hier Teil des Prozesses ist, gibt es Wege, den Start etwas zu versüssen und erste Erfolge anzukurbeln.

Was wäre nun, wenn wir die beiden Kategorien einfach kombinieren würden? 

Ja, machen wir aus dem Musiker, den Musiker +. Aus dem Coach, den Coach + usw. Das Plus steht für die andere Kategorie.

Klingt seltsam? 

Von irgendwo her, höre ich ein mystisches Geläute und eine Stimme im Winde. Ihr echo wird immer lauter, es ruft: Storytelling..

Wie kommt es zu dieser vielleicht etwas merkwürdigen Herangehensweise?

Versuchen wir uns zurückzuerinnern an eine Zeit, wo soziale Interaktionen noch in der echten Welt – und was das genau heisst, übersteigt meine Kapazität auch – stattfanden und zwar nicht dem Smartphone, sondern mit unserem Gegenüber. Seine Gestik, Mimik. Seine Ausstrahlung. Der eine oder andere gekonnt und nahtlos eingefügte Witz, der Sarkasmus. Das Charisma. Egal ob ein Thema ernst, informativ oder unterhaltsam war. Wir alle lieben einen solchen Gesprächspartner, nicht wahr?

Was wir sozialen Kreaturen so schätzen ist leider innerhalb der beschränkten Möglichkeiten eines Mediums reduziert auf Zweidimensional. Wir leben aber im Dreidimensional. Wir sind ein lebendiges 3 dimensionales Wesen – ja und vielleicht noch viel mehr.

Was heisst das alles also für Youtube? 

Und nein, ich bin nicht vom Thema abgeschweift, diesmal. Es heisst, wir sollten so 3 dimensional, wie möglich werden und ich rede hier auch nicht von 3d Animation. Obwohl das Wort sehr interessant ist, und gewissermassen in die richtige Richtung geht, mit Animation, kommend von Anima: Seele.

Wie bringen wir also diese ganzen oben genannten Attribute, wie Gestik, Ausstrahlung, Wissen, Charisma, Sarkasmus usw. in ein Musikvideo? Richtig, das wird sehr schwierig werden. Was sollte der Musiker hier als Beispiel denn tun, um mehr “Seele”, oder anders ausgedrückt, mehr “Ich”als einzigartiges, volles und greifbares Individuum, in seinen Youtube Channel einfliessen zu lassen?

Eine lohnenswerte Überlegung scheint mir folgende:

Jede soziale Interaktion, welche sich weiterentwickelt, wächst und an einem gewissen Punkt eine beinahe süchtige Abhängigkeit generiert, beginnt mit einer Geschichte.

Die Power einer Geschichte kann man in jeder Interaktion zweier Menschen feststellen. 

Freuen wir uns nicht immer – und ich komme bald zum Punkt – wenn wir eine neue unglaubliche Geschichte bereithaben für einen Freund, Bekannten oder Fremden, um die mystische Stille zu durchbrechen? Wieso ist das so? Weil es uns interessant macht und somit zu einem Gesprächspartner, der vom Gegenüber für weitere Interaktionen in Betracht gezogen wird. Ja, und das ist genau das Stichwort. Weitere Interaktionen. Wollen wir nicht genau auch diese Art von Reaktion auslösen, beim zufällig auf unseren Video klickenden Menschen? 

Natürlich wollen wir das. 

Wir brauchen also eine Geschichte, welche uns als 3 dimensionales, fühlendes, erfahrendes, wissendes, witziges  oder austauschfähiges Wesen, in den cyberspace katapultiert und dort etabliert. 

Und sie kann so kurz sein wie ein einziger Satz: “Will it blend?” (Blendtec)

Storytelling ist hier also das Werkzeug der Wahl. 

Stories constitute the single most powerful weapon in a leader’s arsenal.”― Dr. Howard Gardner

Möchten wir nicht zum Leader aller unserer treuen followers werden um sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden, im Lande Mordor, wo die Schatten drohn? Ich meinte, um für sie ein Leuchtfeuer im Lande des trüben Alltages zu sein?

Sei der Musiker, welcher sich für alchemistische Symbolik interessiert. Sei der Coach mit dem Tick für poetry. Sei der Geschichts-Freak mit den Hamstervideos – kurz, sei Etwas mehr, als nur Dein Etikett, egal was es ist. Sie haben Recht, wenn sie sagen dass Du wirklich alles sein kannst, was Dich bewegt. Wir sind keine einseitige Wesen. 

Ich glaube der beste Tip, den ich hier geben kann ist: Zeige DICH in Deinen Videos – nicht nur was Du machst. 

Dies bringt den Effekt, den wir in einem tollen Gesprächspartner so suchen: Die Magie des Individuum. Wir sind alles Unikate. Das vergessen wir leider sehr häufig, in diesem ganzen auf Konformismus getrimmten System. Ok, ja, diesmal bin ich abgeschweift. 

Die Botschaft hier ist vor allem folgende:

Sei niemals, was man erwarten würde – das sichere Rezept für Irrelevanz

Fasziniere und erhitze stattdessen die Geister um Dich herum. Lass die Anderen über Dich reden. Es gibt keine schlechte Werbung – ausser wenn das Produkt schlecht oder die Expertise überholt ist.

Und ja, es ist nicht einfach, den richtigen Mix zu finden. Was es häufig dazu braucht ist ein frisches Paar Augen, LSD – ich meine M&M’s – und viel Kaffee.

Und es muss nicht immer der Psychiater sein dem wir uns anvertrauen, es kann auch mal Dein freundlicher copywriter von nebenan sein.

Have a good one
Dek

written by Beneselvedek

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