Danny Boyles neuester Film 28 Years Later wurde tatsächlich mit iPhones gedreht
Genauer gesagt mit dem iPhone 15 Pro Max und das bei einem stolzen Budget von 75 Millionen Dollar. Klingt ein bisschen so, als hätte jemand versehentlich das Filmbudget für ein Influencer-Reel freigegeben.
Danny Boyle war schon immer für seinen kreativen Umgang mit Filmtechnik bekannt. Bereits bei 28 Days Later (2002) entschied er sich bewusst gegen klassische Kinooptik und setzte auf MiniDV-Camcorder im 4:3-Format. Ziel: eine rohe, dokumentarische Ästhetik, passend zur postapokalyptischen Stimmung.
Nun folgt mit 28 Years Later der dritte Teil der Reihe und erneut greift Boyle zu unkonventioneller Technik. Diesmal zu einem Gerät, das man eher in Hosentaschen als in Hollywood-Produktionen erwarten würde: dem iPhone. Allerdings nicht irgendein iPhone, sondern eine Flotte modifizierter iPhone 15 Pro Max, verbaut in professionellen Rigs und kombiniert mit hochwertigen Kinoobjektiven.
Die Hauptdreharbeiten wurden Ende August 2024 abgeschlossen. Dass dabei Smartphones im Einsatz waren, wurde allerdings gut gehütet. Die Crew musste entsprechende NDAs unterschreiben. Doch wie so oft verriet ein Paparazzi-Foto mehr als jede Pressemitteilung: Darauf zu sehen ist Schauspielerin Jodie Comer neben einer vermeintlich professionellen Filmkamera. Doch bei genauem Hinsehen: kein klassisches Kamera-Setup, sondern ein Schutzkäfig mit… einem iPhone.
Foto: News and Media / Backgrid
Laut IGN kamen beim Dreh eine ganze Reihe verschiedener Kameras zum Einsatz: klassische Filmkameras, Drohnen und eben iPhones. Dabei wurden spezielle Rig-Systeme mit gleichzeitig acht, zehn und sogar zwanzig iPhones verwendet. Danny Boyle bezeichnete das 20-iPhone-Rig als „eine kostengünstige Version der Bullet-Time-Technik“ – eine Anspielung auf die ikonische Kameratechnik aus Matrix.
Fotocredit: Sony
Das Behind-the-Scenes-Material zeigt unter anderem Rigs von Beastcage, kombiniert mit einem DOF Adapter und einem Atlas 72mm Mercury Series Objektiv. Kurz gesagt: ein High-End-Setup mit Smartphone-Herzstück.
28 Years Later zeigt eindrucksvoll, wie weit Smartphone-Kameras gekommen sind und wie kreativ man sie einsetzen kann. Natürlich steckt hinter den Bildern mehr als nur ein Handy. Aber die Tatsache, dass iPhones in einem Blockbuster ernsthaft mitspielen, ist dennoch beeindruckend.
Man kann nur dankbar sein, dass Apple mittlerweile auf USB-C umgestiegen ist. Die Vorstellung, all das Filmmaterial über ein Lightning-Kabel zu übertragen… das wäre der wahre Horrorfilm. 🥸







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